Zu Besuch bei der Stiftung Attl
Gestern hatte ich die Gelegenheit, die Stiftung Attl in Attl bei Wasserburg zu besuchen, die sich auf die Betreuung von Menschen mit Behinderung spezialisiert hat. Wir wurden herzlich von der Vorstandsvorsitzenden Manuela Keml empfangen und erhielten einen tiefen Einblick in die verschiedenen Angebote der Stiftung.
Unser Besuch begann in der Gärtnerei, die auch einen Laden betreibt. Hier wurde uns gezeigt, wie in der Stiftung selbst Lebensmittel auf Bio-Niveau produziert und vermarktet werden. Dies bietet nicht nur den Bewohner*innen eine sinnvolle Beschäftigung, sondern ermöglicht ihnen auch ein Stück Selbstständigkeit. Der Laden fungiert dabei als Verkaufsstelle und gleichzeitig als Ort der Begegnung.
Im Anschluss besuchten wir die Makarius-Wiedemann-Schule, in der auch die Heilpädagogische Tagestätte (HPT) untergebracht ist. In den Räumen der Schule konnten wir beobachten, wie dort junge Menschen mit Behinderung individuell gefördert werden.
Besonders beeindruckend war der Besuch der Bernadettengruppe, einer Wohngruppe für junge Menschen mit Behinderung. Hier wird besonderer Wert auf eine ganzheitliche Betreuung gelegt, die den Bewohner*innen hilft, ein möglichst selbstständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen.
Im Gespräch mit den Verantwortlichen wurden die aktuellen Herausforderungen der Stiftung angesprochen. Ein zentrales Thema war die schlechte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, die für viele Bewohner*innen und Mitarbeitende ein großes Problem darstellt. Auch die gefährliche Straße, die die verschiedenen Gebäude miteinander verbindet, wurde thematisiert. Dort fehlen Fußgängerüberwege, was die Sicherheit der Bewohner*innen und Mitarbeitenden gefährdet. Weiterhin wurde der Mangel an Nachwuchs im sozialen Bereich angesprochen – sowohl bei den Fachkräften als auch bei den freiwilligen Helfer*innen. Ein weiteres dringendes Anliegen ist der schlechte Internetzugang, besonders in den Wohnheimen, der durch mangelnde Fördermittel bedingt ist und ihre digitale Teilhabe stark einschränkt.
Der Besuch hat mich sehr bewegt und nachdenklich gestimmt. Es war beeindruckend zu sehen, wie engagiert die Mitarbeitenden der Stiftung den Bewohner*innen zur Seite stehen und ihnen Perspektiven bieten. Gleichzeitig wurde mir deutlich, wie wichtig es ist, soziale Einrichtungen wie die Stiftung Attl nicht nur durch Anerkennung, sondern auch durch gezielte Unterstützung bei der Bewältigung der bestehenden Herausforderungen zu fördern.
