Zu Besuch beim Flughafen München: Zukunft braucht eine starke Schiene
Gestern besuchte ich als bayerische Abgeordnete und Obfrau im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages den Flughafen München und durfte ein wenig hinter die Kulissen schauen. Beim Rundgang wurde deutlich: Wer klimafreundliche Mobilität ernst meint, muss den Luftverkehr nachhaltiger machen und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Anreise mit der Bahn endlich attraktiver wird.
Der Flughafen selbst zeigt, dass einiges möglich ist. Elektrisch betriebene Busse, der Einsatz nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF) und zahlreiche weitere Maßnahmen sind wichtige Schritte. Doch auch nachhaltige Flugkraftstoffe sind kein Wundermittel. Wer meint, wir könnten einfach fossiles Kerosin ersetzen und ansonsten weitermachen wie bisher, macht es sich zu leicht. Und dann kommt die Schiene. Oder eben nicht.
Denn während über innovative Technologien gesprochen wird, scheitert es ausgerechnet an der vernünftigen Anbindung des zweitgrößten deutschen Flughafens. Bis heute ist der Flughafen mit der Anbindung an den Fernverkehr eher Schlusslicht als Vorbild. Dabei liegen die Konzepte längst auf dem Tisch: Eine bessere Schienenanbindung würde Kurzstreckenflüge ersetzen, Reisende schneller ans Ziel bringen und die gesamte Region stärken.
Eigentlich verrückt: Wir wissen seit Jahren, was zu tun ist – trotzdem diskutieren wir vielerorts immer noch darüber, ob wir es überhaupt machen. Klimaschutz funktioniert aber nicht im Konjunktiv.
Mein Besuch hat mich deshalb in einer Überzeugung bestärkt: Ein Flughafen der Zukunft braucht nicht nur moderne Flugzeuge und nachhaltige Kraftstoffe. Er braucht vor allem eine leistungsfähige Schienenanbindung. Denn nachhaltige Mobilität beginnt nicht erst am Gate, sondern am Bahnhof. Und genau dort haben wir noch jede Menge Nachholbedarf.
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