Zu Besuch beim Zementwerk Rohrdorfer: Kann die Zementproduktion klimafreundlich werden?
Zement bleibt auch künftig ein wichtiger Baustoff. Für den Klimaschutz ist es jedoch entscheidend, den CO₂-Ausstoß, der in der Produktion unvermeidbar ist, deutlich zu senken. Bei meinem Besuch gestern im Zementwerk Rohrdorfer habe ich gesehen, mit welchem Engagement und welchen Investitionen hier an klimafreundlichen Lösungen gearbeitet wird. Genau diesen Mut zum Fortschritt brauchen wir, um Vorreiter bei der Produktion von klimafreundlichem Zement und Beton zu werden und Arbeitsplätze in der Region zu sichern.
Ein zentraler Schritt dafür ist die neue Versuchsanlage für getemperte Tone, die Anfang Oktober eingeweiht wurde. Sie gilt als Schlüsseltechnologie, weil sie CO₂-armen Klinkerersatz herstellt und damit die Emissionen in der Zementherstellung deutlich reduzieren kann.
Geschäftsführer Mike Edelmann und Dr. Christopher Ehrenberg führten mich durch das Werk und zeigten mir die innovative Zementproduktion, CO₂-Abscheidetechnologien und das Abwärmekraftwerk. Im Gespräch wurde deutlich, dass es für die erfolgreiche Transformation verlässliche Rahmenbedingungen braucht – etwa den Ausbau der CO₂-Infrastruktur, ausreichend grünen Strom und einen realistischen Zeitplan zum Aufbau der klimaneutralen Produktion.
Bis zu 60 % der CO2-Emissionen in der Zementproduktion lassen sich mit bestehenden Technologien einsparen. Die letzten 40 % bleiben jedoch eine große Herausforderung. Diese Emissionen lassen sich nicht vermeiden, die Infrastruktur, um das entstehende CO2 weiter zu verwenden ist aber noch nicht vorhanden. Ob sie rechtzeitig fertig wird, ist fraglich. Diese Erkenntnis stimmt mich nachdenklich, zeigt aber auch, wie wichtig Innovation, Entschlossenheit und klare politische Zielvorgaben sind. Die Regierung muss hier schnell handeln und die Industrie auf dem Weg zur Klimaneutralität unterstützen. So können wir Arbeitsplätze in Deutschland halten und zum Weltmarktführer für innovativen Lösungen werden.
