Pressemitteilung | Zwischenevaluation des Nationalen Radverkehrsplans 3.0: Monate der Geheimniskrämerei und dann ein Bericht voller Lücken
Zur Veröffentlichung der Zwischenevaluation des Nationalen Radverkehrsplans 3.0 erklärt Victoria Broßart, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen und Obfrau im Verkehrsausschuss:
„Diese Evaluation des Nationalen Radverkehrsplans ist eine Beleidigung aller Leser*innen. Bereits für das Frühjahr angekündigt, wurden wir auf unsere wiederholten Nachfragen nach dem Stand und der Veröffentlichung stets vertröstet. Schließlich wurde die Evaluation am 19. Juni still und heimlich auf der letzten Unterseite der Ministeriumswebsite veröffentlicht, ohne dies in irgendeiner Form kundzutun. Der verlinkte Kurzbericht und der dazugehörige Foliensatz wurden laut Datumsangabe sogar bereits Ende April erstellt.
Wer sich die Unterlagen anschaut, fragt sich unweigerlich, warum ihre Veröffentlichung so lange gedauert hat. Die Auswertung wirkt oberflächlich, wenig sorgfältig und enthält abenteuerliche Rechtschreibfehler. Das hätte selbst ein KI Chatbot besser gemacht. Noch gravierender ist jedoch der inhaltliche Befund: Der Nationale Radverkehrsplan 3.0 enthält bis heute keine ausreichenden messbaren Ziele, anhand derer sich sein Erfolg systematisch bewerten ließe. Stattdessen stützt sich das Bundesverkehrsministerium bei der Evaluation auf uralte Daten aus der Erhebung ‚Mobilität in Deutschland‘ der Jahre 2017 und 2023. Eine belastbare Erfolgskontrolle des NRVP 3.0 sieht anders aus.
Das Bundesverkehrsministerium sollte besser schnell erklären, warum es die Veröffentlichung wochenlang verzögert und dann trotz der extra Zeit so einen handwerklich schlechten Bericht vorgelegt hat. Für die Zukunft braucht es klar messbare Indikatoren, nachvollziehbare Erfolgskriterien und einen transparenten Umgang mit den Ergebnissen statt Geheimniskrämerei und halbherziger Bestandsaufnahmen.“
Bildquelle: Marius Katz auf Unsplash
