23. Juli 2026|In Im Bundestag, In der Presse

Pressemitteilung | Neue Trassenpreise: Der Nahverkehr rollt ungebremst aufs Abstellgleis

Die Genehmigung neuer Trassenpreise für 2026 durch die Bundesnetzagentur wird den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) schon im laufenden Jahr mit rund 400 Millionen Euro zusätzlich belasten. Diese Summe wird als Nachforderung zusätzlich zu den bereits gezahlten Trassenpreisen fällig. Hintergrund ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs, wonach die bisherige Deckelung der Trassenpreise für den Nahverkehr nicht mit europäischem Recht vereinbar ist. Während Güter- und Fernverkehr in vergleichbarer Höhe entlasten werden, drohen dem Nahverkehr erhebliche Mehrkosten.

Dazu erklärt Victoria Broßart, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen und Obfrau im Verkehrsausschuss:

„Jetzt drohen überall Abbestellungen. Der Nahverkehr rollt ungebremst aufs Abstellgleis. Die Länder sind bei der Finanzierung des Nahverkehrs schon heute am Limit. Eine saftige Nachzahlung können sie sich nicht leisten. Verkehrsminister Schnieder hat es versäumt, eine Reform der Trassenpreise anzustoßen und die Zeche zahlen jetzt die Fahrgäste im Nahverkehr. Denn entweder müssen die Ticketpreise jetzt deutlich angehoben werden oder Züge und Haltestellen werden aus den Fahrplänen gestrichen. Das trifft jeden einzelnen Fahrgast in der ein oder andern Form. Ich verstehe das Zögern des Ministers nicht. Dieses Urteil war absehbar, die Krise des Nahverkehrs kam nicht über Nacht. Der Bund muss den Ländern die fälligen Nachzahlungen kompensieren und dringend eine Reform des Trassenpreissystems vorlegen.“

Foto von Mihail Cioinica auf Unsplash
Symbolbild. Dient nur zur Veranschaulichung.