10. Januar 2026|In In der Presse, Allgemein, Im Bundestag

Pressemitteilung | Ausreden aus dem Verkehrsministerium: Zweite Querung am Hauptbahnhof München ist weiterhin in weiter Ferne

Nachdem über Jahre kein Fortschritt bei der zweiten Querung am Münchner Hauptbahnhof erreicht werden konnte, hatte die Bundestagsabgeordnete Victoria Broßart, Obfrau der Grünen im Verkehrsausschuss, eine Kleine Anfrage mit dem Titel „Aktueller Stand der zweiten Personenquerung am Hauptbahnhof München“ gestellt. Die Antwort des Verkehrsministeriums liegt nun vor. Eine Umsetzung der dringend nötigen zusätzlichen Fußgängerquerung, die die Umsteigezeit und Laufwege deutlich verringern würde, ist nach den Angaben des Verkehrsministeriums aktuell nicht absehbar.

Dazu erklärt Victoria Broßart, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen aus Rosenheim und Obfrau im Verkehrsausschuss:

„Seit über 10 Jahren warten wir auf die zweite Querung am Münchner Hauptbahnhof. Währenddessen hat die Bahn wegen der Baustelle zur zweiten Stammstrecke am Ostbahnhof mal eben schnell eine Brücke vom Bahnsteig 13/14 zur Friedenstraße gebaut. Deutschlands größtes Milliardengrab am Hauptbahnhof ist aber nicht zu übersehen, die Bahnsteighalle wird jeden Tag enger.

Die Bundesregierung aus CSU, CDU und SPD erklärt jetzt immerhin, warum die Bahn am Ostbahnhof während der Baustelle eine Brücke über die Gleise bauen kann und am Hauptbahnhof nicht: Die Brücke am Ostbahnhof habe sich eben ‚zwingend ergeben‘, am Hauptbahnhof scheitere sie an der Baustellenlogistik und sei sie im Übrigen gar nicht nötig.

Da fragt man sich wirklich, ob die Verantwortlichen schonmal am Hauptbahnhof waren. Wir Reisende dürfen uns weiterhin durch enge Wege durch die Halle quetschen und die Weltreise vom Starnberger zum Holzkirchener Flügelbahnhof antreten.

Während die Bahn fleißig am Hauptbahnhof Kräne auf- und abbaut, Gleise abreist und neuverlegt und Bahnsteige laufend sperrt und öffnet, soll es nicht möglich sein, die Fertigteile für eine Brücke an Ort und Stelle zu bringen? Das klingt nach einer Ausrede. Hätten sie doch wenigstens behauptet, es scheitert am Geld, aber bei aktuell 11 Mrd. Euro für die zweite Stammstrecke würde auch das niemand glauben.“

Der Münchner Merkur berichtete über die Problematik und hat mich auch in dem Artikel zitiert.

 

Bildquelle: Markus Spiske auf Unsplash
Symbolbild. Dient nur zur Veranschaulichung.