Pressemitteilung | Wie barrierefrei ist Rosenheim wirklich? Rückblick auf den Inklusionsspaziergang
Etwa 40 Teilenehmer*innen waren am vergangenen Samstag, dem 25. April in der Rosenheimer Innenstadt unterwegs, um sich mit der Frage zu beschäftigen, wie zugänglich die Rosenheimer Innenstadt für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oder Sehbehinderungen ist.
„In Puncto Barrierefreiheit hat sich im letzten Jahrzehnt in Rosenheim und Umgebung sehr viel getan. Jedoch gibt es noch viel Luft nach oben. Hinzu kommen immer wieder neue Herausforderungen, wie beispielsweise falsch geparkte E-Scooter oder kaum hörbare E-Autos. Alles steht und fällt unter Anderem damit wie sehr Architekt*innen sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Es ist auf jeden Fall wichtig im Gespräch zu bleiben und immer wieder auf die Notwendigkeit von Barrierefreiheit hinzuweisen.“, stellte Franz Kamhuber, Vorsitzender des Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund in Oberbayern-Rosenheim klar.
Dazu erklärt Victoria Broßart, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen aus Rosenheim und Obfrau im Verkehrsausschuss:
„Mobilität ist ein Grundrecht und darf nicht an Barrieren wie hohen Bordsteinkanten oder fehlenden Leitsystemen scheitern. Der Bund hat sich in seiner nationalen Fußverkehrsstrategie klar dazu bekannt, barrierefreie Wege in ganz Deutschland zu schaffen und angemessene Flächen für Fußgängerinnen und Fußgänger zu bereitzustellen. Leider sehen wir, dass die Realität dem Anspruch weit hinterherhinkt. Die Regierung zeigt aktuell keinerlei Interesse daran, den Kommunen bei der Umsetzung zu helfen, man lehnt sich stattdessen zurück und erklärt, man sei gar nicht zuständig für die eigene Strategie“, so Victoria Broßart.
An diesem Wochenende stand mit „Rosenheim in Bewegung“ ebenfalls eine Veranstaltung an, die Mobilität thematisiert, jedoch überwiegend im Sinne einer klassischen Automesse. Dabei umfasst echte Bewegungsfreiheit weit mehr als Fortbewegung auf Rädern: Sie zeigt sich ebenso in abgesenkten Bordsteinen für Rollstuhlnutzende, in Leitsystemen für sehbeeinträchtigte Menschen oder in ausreichend breiten Gehwegen für Familien mit Kinderwagen. Die Teilnehmenden des Inklusionsspaziergangs erfassten bestehende Barrieren und waren sich einig: Auch in Rosenheim ist noch viel Luft nach oben.
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